In der Kindergruppe Hand in Hand wollen wir den Kindern Zeit und Raum bieten, sich möglichst ohne Druck, Zwang und Stress entfalten zu können. Wir wollen die Kinder nicht von einem Bildungsprogramm zum nächsten hetzen, sondern ihnen Möglichkeiten bieten, sich in ihre Themen zu vertiefen, einzutauchen und in einen Flow zu kommen. wir wollen kindliche Neugierde befeuern, Entschleunigung ermöglichen und gemeinsam die Natur erleben.

Tagesablauf

Nachstehend skizzieren wir einen exemplarischen Tagesablauf. Da er sich nach den Bedürfnissen der Kinder richtet, kann er aber variieren.

Wer mag, kann Frühstücken. Meistens gibt es Obst und Gemüse vom Biokisterl, das jede Woche frisch geliefert wird, frisches Brot mit Butter oder Aufstrich. Manchmal machen wir auch Porridge. Beim Frühstück sitzen wir zusammen, plaudern über Erlebnisse oder unterhalten uns über die Lebensmittel, die wir essen. Außerdem ist uns wichtig, dass sich die Kinder selbstwirksam erleben können. So streichen sie sich selber ihr Brot und schneiden sich das Obst und Gemüse.

Fast täglich treffen wir uns am roten Teppich des Pflanzenzimmers zum Gemeinschaftskreis. Dort begrüßen wir uns, singen Lieder, spielen Kreisspiele, lauschen Geschichten oder machen Yoga – erleben Gemeinschaft. Das Angebot ist jeden Tag ein bisschen anders und orientiert sich hauptsächlich an den Interessen der Kinder, aber auch am Jahres(fest)kreis.

Jeden Tag gehen wir in einen der umliegenden Parks. Regelmäßig sind wir im Ortlieb-, Pezzl-, Dipsi- (Dipoldsplatz) und im Lidlpark (Christine-Nöstlinger-Park) anzutreffen. Manchmal fahren wir auch mit der Straßenbahn in den Schubertpark. Egal ob Sandburgen bauen, Haselnüsse knacken, das Erdreich erkunden, Klettern, Schaukeln oder Pfützenspringen. Wir finden immer was zu tun.

Je nach Gruppenzusammensetzung essen wir gemeinsam oder in zwei getrennten Räumen zu Mittag. Die Kinder nehmen sich das Essen selbstständig aus der großen Schüssel. Wir ermutigen zum Kosten, zwingen aber niemanden.

Nach dem Mittagessen geht eine Betreuerin in den Bewegungsraum, der dann zum Ruheraum wird. Kinder, die schlafen bzw. sich ausruhen möchten, können sich dort zurückziehen. Es werden Geschichten erzählt, Lichtspiele beobachtet und ruhige Musik gehört. Die übrigen Kinder können sich wieder ins Freispiel vertiefen oder pädagogische Angebote annehmen.

Am Nachmittag gibt es nochmal die Möglichkeit zur Obst-, Gemüse- und Butterbrotjause. Bis spätestens 15:30 sind alle Kinder abgeholt.

Pädagogisches Konzept und Bildungsangebote

Der pädagogischen Alltags basiert vorrangig auf den Beobachtungen, die wir bei den Kindern machen. Wir wollen herausfinden, was die Kinder beschäftigt und welche Interessen und Bedürfnisse sie haben. Außerdem orientieren wir uns am Bildungsrahmenplan, am Wiener Bildungsplan und dem Kinderschutzkonzept. Stetige Reflexion unseres Tuns und der Beobachtungen, die wir machen, ist ein Grundpfeiler unserer Arbeit.

Das Spiel ist die wichtigste Form für Kinder, sich die Welt anzueignen. Behutsames „Mitspielen“ ist für Erwachsene dann sinnvoll, wenn wir merken, dass die Kinder Unterstützung brauchen. Grundsätzlich sind wir aber der Meinung, dass Kinder in einer angenehmen Atmosphäre mit anregendem Spielmaterial am besten untereinander oder auch alleine spielen können. In der Kindergruppe stehen dafür verschiedene Materialien zur Verfügung.

Es ist uns ein großes Anliegen, den Kindern Erfahrungen mit der Natur zu ermöglichen. Egal ob die Schulung der Sinne, Achtsamkeit oder naturwissenschaftliche Prozesse – die Natur ist unsere wichtigste Lehrmeisterin: Rinde, Moos, Stacheln, Äste mit Händen, aber auch barfuß spüren, Düfte riechen, Veränderungen im Jahreskreis wahrnehmen und Tiere bestaunen. Deshalb gibt es einen wöchentlichen Ganztags-Ausflug in die Natur, etwa nach Neuwaldegg oder zu den Steinhofgründen, und immer mal wieder auch ganze Waldwochen. Besonders gern besuchen wir auch unseren Nachbarschaftsgarten im Josef- Kaderka-Park. Dort haben wir ein Beet, um das wir uns kümmern. Wir pflanzen dort verschiedene Kräuter, Erdbeeren, Heidelbeeren, Gurken und verschiedene Blumen. Ab und an geht es auch ins Museum (Belvedere 21, Technisches Museum…) oder ins Theater (Lilarum, Dschungel,...).

Durch Bewegung erkunden und erforschen Kinder ihre Umwelt. Sie lernen, sich selbst einzuschätzen, ihren Körper zu spüren und ein Körperschema zu entwickeln. Das geht am Besten draußen, beim Barfußlaufen, bergauf, bergab, steile Dämme hoch und runterklettern, von Stein zu Stein im Bächlein und über Wurzeln hüpfen. Wir haben aber auch einen eigenen Bewegungsraum in der Kindergruppe mit Hochebene, Schaukeln, Kletterdreieck und Turnbänken. Wichtig ist uns auch, Erfahrungen für die Sensomotorik und die Tiefenwahrnehmung anzubieten. Zum Beispiel mit Hilfe von Geisterschleim (Wasser-Meizena-Gemisch), beim Arbeiten an der Werkbank oder mit Ton und Filz.

Die Kindergruppe „Hand in Hand“ ist ein Ort, an dem jedes Kind dazugehört. Wir achten darauf, dass alle Kinder aktiv teilnehmen und voneinander lernen können – unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrem Hintergrund oder ihren Bedürfnissen. Das bedeutet unter anderem:

  • Die Anerkennung der Individualität eines jeden Kindes ist einer der wichtigsten Grundpfeiler - das gilt für Kinder mit und ohne Behinderung.
  • Wir erkennen und fördern die Stärken jedes Kindes. Jedes Kind darf in seinem Handlungsspielraum mitmachen, ausprobieren und seinen eigenen Weg finden.
  • Wir laden Erwachsene und Kinder dazu ein, Unterschiede zu entdecken, zu respektieren und ihre Potenziale zu erkennen.
  • Wir verhindern Ausgrenzung, indem wir bewusst miteinander reden, handeln und Rücksicht nehmen.
  • Auch die kindgerechte Aufklärung über Behinderung und Krankheit, beispielsweise mithilfe von Büchern, gehört zu unserem pädagogischen Alltag.